Was ist Yoga? – der achtgliedrige Pfad des Patanjali
Wenn wir von Yoga als einem allumfassenden Konzept sprechen, beziehen wir uns meist auf den achtgliedrigen Pfad (Sanskrit: Ashtanga). Dieser wurde vor über 2.000 Jahren vom Gelehrten Patanjali in den Yoga-Sutren niedergeschrieben.
Man kann sich diesen Pfad wie eine Leiter oder ein logisches Betriebssystem für den Menschen vorstellen. Jedes Glied baut auf dem vorherigen auf und bereitet uns auf die nächste Stufe vor.
Die 8 Glieder im Überblick
- Yama (Der Umgang mit der Umwelt) Hier geht es um die ethische Basis. Wie verhalte ich mich anderen gegenüber? Gewaltfreiheit, Wahrhaftigkeit und ein respektvoller Umgang mit Ressourcen bilden das Fundament. Ohne einen friedlichen Umgang mit der Außenwelt wird der Geist im Inneren niemals ruhig.
- Niyama (Der Umgang mit mir selbst) Diese Stufe beschreibt die persönliche Disziplin. Es geht um Reinheit, Zufriedenheit und das Studium des eigenen Selbst. Es ist die innere Hygiene, die wir brauchen, bevor wir uns auf die Matte begeben.
- Asana (Körperübungen) Das ist das Glied, das wir im Westen meist als „Yoga“ bezeichnen. Doch Patanjali definierte Asana schlicht als „einen stabilen und angenehmen Sitz“. Die Übungen dienen dazu, den Körper so auszurichten, zu kräftigen und zu dehnen, dass er beim anschließenden Sitzen nicht schmerzt oder ablenkt.
- Pranayama (Atemkontrolle) Der Atem ist die Brücke zwischen Körper und Geist. Durch gezielte Techniken beruhigen wir das Nervensystem und lenken unsere Lebensenergie. Ein ruhiger Atem führt unweigerlich zu einem ruhigeren Verstand.
- Pratyahara (Rückzug der Sinne) Hier beginnt der Weg nach innen. Wir lernen, die Aufmerksamkeit von äußeren Reizen (Lärm, Handy, Stress) abzuziehen und die Sinne nach innen zu richten. Es ist das „Einkehren“, bevor die eigentliche Meditation beginnt.
- Dharana (Konzentration) Bevor wir meditieren können, müssen wir lernen, den Geist zu bündeln. Wir fokussieren uns auf einen Punkt – das kann der Atem sein, ein Wort oder ein inneres Bild.
- Dhyana (Meditation) Wenn die Konzentration mühelos wird und der Fokus ohne Unterbrechung fließt, befinden wir uns im Zustand der Meditation. Es ist ein Zustand tiefer Klarheit und Ruhe, auf den wir uns durch die vorangegangenen sechs Stufen vorbereitet haben.
- Samadhi (Einheit/Erleuchtung) Die höchste Stufe. Ein Zustand, in dem die Trennung zwischen dem Übenden und dem Objekt der Betrachtung verschwindet. Absolute Stille und tiefer Frieden.
Warum diese Struktur heute so wichtig ist
In einer Welt, die uns ständig mit Informationen überflutet, bietet der achtgliedrige Pfad eine klare Orientierung. Er zeigt uns, dass wir nicht „einfach nur herumsitzen“ können, wenn wir gestresst sind. Wir müssen den Körper (Asana) und den Atem (Pranayama) mitnehmen, um den Geist (Meditation) wirklich erreichen zu können.
Bei Om Vibes Only nutzen wir diesen Pfad, um dir einen logischen und bodenständigen Zugang zu deinem inneren Gleichgewicht zu ermöglichen.